SeniorInnen glauben nicht mehr an den Erfolg der Verhandlungen mit Akelius

24. September 2014 | Von | Kategorie: Leitartikel

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

durch Ihre/ eure große Hilfe haben wir es geschafft, eine große öffentliche Aufmerksamkeit für unsere Situation zu schaffen.  Mehr als 63.000 Unterzeichner der online-Petition von change.org und mehr als 2.000 Unterschriften auf unseren Papier-Listen haben dazu geführt, dass die Vertreter von Akelius sich gezwungen sahen, sich mit uns SeniorInnen vom Hansa-Ufer 5 zu beschäftigen. Zunächst sah es so aus als ob der Investor tatsächlich bereit ist einzulenken und die Bedürfnisse der SeniorInnen zu berücksichtigen.

Doch vor ein paar Tagen wurde es durch ein Schreiben von Akelius ohne den geringsten Zweifel offenbar: Akelius rückt keinen Millimeter von den geplanten Bauarbeiten ab! Egal, was die Alten im Haus sagen und gleichgültig, was es für sie bedeutet: ab dem nächsten Frühjahr will Akelius für ca. 2 Jahre bauen: Ein 6-stöckiger Neubau im Garten, der bis zu 10 Wohnungen des Hauses auf Dauer vom Tageslicht abschneiden würde und auf das bestehenden Haus sollen Aufstockungen und Penthäuser drauf!

Ab März/ April soll ein Baugerüst mit Plane vor dem Gebäude stehen und damit alle Wohnungen von Licht und Frischluft abschneiden! Lärm, Dreck, Baustaub, … – und das zwei Jahre lang! Wer von uns Alten soll denn das aushalten?? Wir können den Belastungen nicht entgehen – und das schaffen wir in unserem Alter nicht mehr! Sollen wir ins Altenheim flüchten, obwohl wir uns noch gut alleine versorgen können und es uns am Hansa-Ufer gut geht? Oder sollen wir schneller sterben??

Aus Sicht des Investors womöglich sogar ein erstrebenswertes Ziel???  Schließlich ´besetzen´ wir Alten aus Sicht des Investors Wohnungen, mit denen Akelius mit neuen Mietern bis zu 20,- Euro pro qm einnehmen könnte! Wir SeniorInnen wohnen aber dort – dank Ihrer/ eurer wirkungsvollen Unterstützung – noch (fast) zum alten Mietpreis.

Man darf auch laut darüber nachdenken, wie weit Akelius -trotz entsprechender Versicherungen- die Alten im Haus tatsächlich schützen möchte. Es gibt weltweit genügend Bespiele dafür, wie Akelius mit unliebsamen Mieter umgeht!

Mit Worten wie „Uns liegt das Wohl der alten Menschen im Haus am Herzen“ hat Akelius in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, unsere Ängste zu beruhigen. Nun zeigt sich, dass all die schönen Worte scheinbar nur dazu dienten, uns glauben zu machen, dass unsere Wünsche und die Bedürfnisse berücksichtigt würden. Inzwischen ist jedoch völlig klar: mit dem Beginn der Bauarbeiten wird es  unmöglich die soziale Gemeinschaft und das Miteinander der Alten im Haus zu erhalten.

Nachdem wir so lange und so intensiv für unser soziales Miteinander gekämpft haben, müssen wir feststellen, dass der Investor trotz aller Zusicherungen an seinen Bauplänen unverändert festhält. Wir haben kein Vertrauen mehr in das, was Akelius sagt; der Investor hat unmissverständlich klar gemacht, dass für ihn die Rendite vorgeht!

Soll unser ganzer Widerstand umsonst gewesen sein?? Wir sagen: NEIN – nicht mit uns! Uns reicht es jetzt!

Ab sofort wollen wir uns für das einsetzen, was auch viele von euch in den Kommentaren geschrieben haben: wir fordern die Politik auf Verantwortung zu übernehmen! Wir Alten sind jetzt in der Bredouille, weil die Politiker das Seniorenwohnhaus ohne Schutzklauseln an Akelius verkauft hat – und uns Alte gleich mit!

Im Bezirk Tiergarten/ Moabit gibt es kein einziges kommunales Seniorenwohnhaus mehr; als einziger Berliner Bezirk hat Mitte alle Seniorenwohnhäuser dieser Region an private Investoren verkauft!! Alleine am Hansa-Ufer gingen damit 66 Wohneinheiten für SeniorInnen verloren!

Deswegen fordern wir den Berliner Senat auf: Kauft dieses Haus zurück und führt es seiner ursprünglichen Bestimmung als Seniorenwohnhaus wieder zu!

Für diesen Kampf brauchen wir erneut eure Hilfe! Wenn Sie / wenn ihr uns weiterhin unterstützen wollt, dann unterzeichnet auch unsere neue Petition mit der Forderung zum Rückkauf des Hauses auf www.change.org/hansa-ufer-5

Vielen Dank!

Christa Kaes und die Mietergemienschaft am Hansa-Ufer 5

2 Kommentare auf "SeniorInnen glauben nicht mehr an den Erfolg der Verhandlungen mit Akelius"

  1. Ulrike Szisat sagt:

    Liebe Frau Kaes,
    da nicht anders möglich, versuche ich es auf diesem Wege: (Sie kennen die Aktion 100% Tempelhofer Feld? Hatte 100% Erfolg!) Einer der Hauptinitiatoren ist bereit Ihnen evtl. zu helfen.Wenden Sie sich bitte vertauensvoll an Michael; seine email-Adresse folgt: vega.b@web.de Bitte “duzen”; er ist es so gewohnt; Michael ist bereit Ihnen Tipps usw. zu geben (100%THF hatte 100% Erfolg). LG Ulrike Szidat aus Neukölln

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